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November / 2020
Neue Aussstellungen, neue Museen (269)
 
Editorial

Auch Museen probieren derzeit so manches digital aus. Oft sind es aber nur anderswo längst genutzte Anwendungen, die es seit 30 Jahren gibt (virtuell „begehbare“ Räume oder auch öffentliche und öffentlich geförderte Datenbanken), um ein neues Publikum zu erreichen. Aus dem Digitalisierungswissen ganz neue Formate für die besonderen Zwecke des Museums zu entwickeln, bleibt eine Hauptaufgabe. Das Städel hat hier die Vorreiterrolle übernommen.

Erfreulich ist auch die Entscheidung des Stadtmuseums Berlin, einen wirklich gut gemachten 360°-Rundgang durch das originale, fast unverändert gebliebene Atelier von Jeanne Mammen am Kurfürstendamm 29 anzubieten. Die 1890 in Paris geborene, 1976 verstorbene Künstlerin arbeitete in ihrer „Zauberbude“, einem Ende des 19. Jh. errichteten Wohn- und Geschäftshauses in bester Lage in Charlottenburg. Mit ihren Bildern der 1920er Jahre zählt Jeanne Mammen zu den bekanntesten Berliner MalerInnen und GrafikerInnen. Während der NS-Zeit und danach ging sie kompromißlos neue Wege. Seit 2018 ist das Atelier in der Obhut des Stadtmuseums (www.stadtmuseum.de/atelier-jeanne-mammen)

Mit dieser Ausgabe beginnen wir eine, sich auf drei Ausgaben erstreckende Serie über neue Museen und Dauerausstellungen, um hervorzuheben, daß Museen ein geistiges Grundversorgungsmittel und nicht Leckerbissen, sondern Lebensmittel sind. Sie sind keineswegs die Schlußlichter im Kulturbetrieb, die man nach Belieben an- und ausknipsen kann. Wenn unsere Staatssekretäre Museen zunächst schlichtweg vergessen, um sie nachher zwischen „Wellness-Oasen“ und Etablissements rangieren zu lassen, haben sie offenbar großen Bedarf an Weiterbildung. Wir empfehlen auch und gerade diesen Verwaltungsentscheidern die Lektüre des Essays von Michael Stanic zu einigen der derzeitig grassierenden musealen Modewörter. Man müßte dafür allerdings etwas Zeit mitbringen und die Anregungen weiterdenken.


Adelheid Straten

Inhalt

4 Nachrichten aus der Museumswelt
9 Literatur; Namen
34 Wichtige Ausstellungen
33 Impressum; AutorInnen

Neue Ausstellungen, neue Museen

9-14 Dirk Rupnow
Österreichische Zeitgeschichte und ihre langwierige Musealisierung. Ein Befund zum Haus der Geschichte Österreichs

15-20 Thomas Hofberger, Gerrit Faust
„Kosmos Kaffee“: Eine Leihausstellung für alle Sinne

21-23 Christoph Emmendörffer
Dressed for Success. Das Augsburger Modetagebuch des Matthäus Schwarz (16. Jh.)

24-26 Christina Berschneider
„Up to Space“: Raumfahrt im All digital erleben
Noch bis 21. Sept. 2021 im Universum® Bremen

Museumssprache

27-32 Michael Stanic
Von der Degradierung der Museumsidee durch Modebegriffe. Ein sprachanalytischer Essay

Zum Titelbild

DRESSED FOR SUCCESS
Matthäus Schwarz. Ein Augsburger Modetagebuch des 16. Jahrhunderts

Im Jahr 1520, lange vor Instagram & Co., legte Matthäus Schwarz (1497-1574) ein ungewöhnliches Tagebuch an: Das „klaidungsbuechlin“ mit 140 Miniaturen. Der Hauptbuchhalter der Fugger hielt darin 40 Jahre lang die Männermode des 16. Jahrhunderts fest. Extravagant und standesbewußt!
 
Sonderausstellung der Kunstsammlungen & Museen Augsburg ab dem Ende des Shutdowns bis 28. Februar 2021 im Maximilianmuseum, Fuggerplatz 1

Aktuelle Informationen finden Sie unter:
www.kunstsammlungen-augsburg.de (Anzeige)


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Staatliche Antikensammlungen
am Königsplatz München
16.11.2021–13.03.2022


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•TEPPICHLÄNDER UND TEPPICHORTE
•TEPPICHART
•TEPPICH-TEIL
•TEPPICHFORMAT UND -FUNKTION
•TEPPICH-DEKOR
•FLACHGEWEBE
•BESCHRIFTUNG
•BERUFSBEZEICHNUNG
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Keine Fälschung, sondern ein zweifach geschöntes Original des 16. Jh.
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