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Mai / 2022
Tarnen und täuschen (281)
 
Editorial

Noch um die Mitte des 19. Jh. lebten am Hof des Herzogs Friedrich Paul Wilhelm von Württemberg im Mergentheimer Schloß Afrikaner, Indianer, Mexikaner. Mit der Entdeckung ferner Länder füllten sich seit dem 16. Jh. die fürstlichen Wunderkammern in Europa mit artifiziellen und natürlichen „Sonderbarkeiten“. Zusammen mit dem Wundersamen aus dem eigenen Land bildeten diese Dinge ein Abbild des real greifbaren Wissens, erregten Ehrfurcht und Staunen. Da durften denn auch die Bewohner fernster Länder, dazu groß- und kleinwüchsige Menschen, nicht fehlen. An mehreren Residen-
zen waren sie zugegen, Gemälde von Moritzburg oder Schloß Ambras zeigen sie in edler Gewandung. Der Hofnarr Joseph Fröhlich schaffte es über eine Kaendler-Figur zur holzgeschnitzten Nachbildung in das Oberammergau Museum und wird bis heute weiter reproduziert. In den großformatigen Ölgemälden von kostbar gekleideten schwarzen Hofbediensteten bei August dem Starken zeigt sich freigeistige Liberalität und Hochachtung gegenüber Menschen, welche Hautfarbe auch immer sie haben. Sie waren ein bildwürdiges Thema, und den schwarzen Musikanten am Preußischen Hof war im Zentrum sogar eine Straße gewidmet, an die man nach der Umbenennung nun nicht mehr erinnert wird.
Ob das alles als „rassistischer Kolonialismus“ definiert werden muß, ist eher fragwürdig. Bis weit ins 19. Jh. zeichnet sich die Auffassung ab, daß es eine Welt gibt, in der die verschiedensten Völker unterschiedlicher Hautfarbe mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen leben. Eine Sicht auf die Welt, die im Neuen Testament, etwa in der Bergpredigt oder in der im Mittelalter weiter ausgeschmückten Geschichte von den Hl. Drei Königen zum Ausdruck kommt. Erst die nationalen Kolonialismen – keineswegs nur jene Europas – veränderten diese Gleichheitsbotschaft.
Jede Ausstellung, die inklusiv und enzyklopädisch das ganze diverse Bild zeigt, nicht nur ein einseitiges, verzerrtes, täuschendes Bild der Realität, macht neugierig und ist Anlaß zur Freude. Die Dekolonisierung in unseren Museen und Köpfen ist absolut notwendig, doch fehlt den BesucherInnen oft nur das historische Hintergrundwissen – und nicht das kritische Bewußtsein.

Adelheid Straten

Inhalt

4-8 Nachrichten aus der Museumswelt
8 Literatur
8-9 Namen
41 AutorInnen dieser Ausgabe │ Impressum
42-43 Wichtige Ausstellungen

Kulturpolitik

10-16 Michael Stanic
Nur Mut: Es gibt Chancen für ein Augsburger Römermuseum

17-18 Anette Rein
„Schwarze Moderne“ ausgebleicht oder Weiße Moderne eingeschwärzt? Zur Ausstellung „Schwarze Moderne. Afrika und die Avantgarde“ im Picasso Museum Münster

19 Martin Schellenberg
Der Markt für internationale Kunstlogistik zwischen Monopol und Wettbewerb. Ein Kommentar zum Vergaberecht

Konservieren-Restaurieren

20-24 Arnold Truyen; Julie Fassbender
Die Ebenen der Vergangenheit. Zur Freilegung der ursprünglichen Polychromie des Gekreuzigten von Jan van Steffeswert

25-34 Paul-Bernhard Eipper
Vom Tarnen und Täuschen: Verstecktes Holz

Zum Leipziger Bildersturm

34-38 Leserbriefe

38-40 Christian Müller-Straten
Ein als Kunstaktion getarnter parteilicher Übergriff. Zum Verspielen musealer Glaubwürdigkeit

Zum Titelbild:

Durch die Übernahme des SWR Studio- und Bürogebäudes, das zum architektonischen Ensemble des TECHNOSEUM gehört, hat das Museum die Möglichkeit, sich für die Zukunft neu zu erfinden. Die vierte industrielle Revolution wird ganzheitlich im Museumskonzept verankert und die Themenkomplexe Digitalität und Medienkompetenz werden innovativ und publikumsnah in einem „Zentrum digitaler Wandel“ aufgestellt. Dadurch baut das TECHNOSEUM sein Potential über Baden-Württemberg und die Metropolregion Rhein-Neckar hinaus bundesweit aus. Wichtiger Bestandteil ist dabei die Kooperation mit anderen Museen, Wissenschafts- und Forschungspartnern, Landesmedienanstalten und Unternehmen. Die Eröffnung ist für 2026 geplant.
TECHNOSEUM – Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim
Museumsstraße 1, 68165 Mannheim
T. +49 621 4298-9 Anzeige

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