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März / 2019
Museen und Sprache
 
Vorwort

„Öl auf Leinwand”, abgekürzt: „Öl/Lwd.” ist wohl die häufigste Technik bei Gemälden. In einem großen Museum wurde doch tatsächlich von den dortigen Fachwissenschaftlern beschlossen, diese Standardformulierung generell in „Öl/Leinen” umzubenennen. Argumente waren „Leichte Sprache” und Abkehr von Abkürzungen, die das Publikum ohnehin nicht verstehe. Leinen kennen wir doch als sommerlichen Bekleidungsstoff. Aber kann das interessierte Publikum „Lwd.” wirklich nicht auflösen? Müßten dann nicht noch gängigere Abkürzungen abgeschafft werden, wie etwa Jh. oder Jt., S., H/B/T, sign. und dat., v. Chr. usw. bzw. etc.? Das Argument ist, näher besehen, etwas dünn. Sind es nicht gerade Museen, die sich weltweit gegenseitig mit Akronymen überbieten? In anderen Bereichen sind sie sowieso selbstverständlich, wie etwa UV, Reha und EKG, und längst in der Umgangssprache angekommen. Etablierte Abkürzungen machen vieles leichter, eben kürzer. Wirklich problematisch ist allerdings, daß sich „Leinwand” nicht durch „Leinen” austauschen läßt, weil damit nicht das Flachstextil, sondern nur die Leinwandbindung gemeint sein kann. Leinwand gibt es bekanntlich als Hanfleinwand (die großen Tintorettos und Veroneses sind auf Hanfleinwände gemalt), Baumwoll-Leinwände (für kleinere Formate), Jute-Leinwände (für Großgemälde) oder Gaze-Leinwände, die russische Ikonenmaler zum Überziehen von Holztafeln verwendeten. In diesem Fall führt somit der Wunsch nach „Leichter Sprache” und angeblich nötiger Auflösung von Abkürzungen zur Falschinformation der Besucher und Katalogleser, etwa, wenn die Objektbeschriftung ein großes, auf billige Jute gemaltes Ölbild zu einem teureren „Öl auf Leinen” macht.

Wer „Leichte Sprache“ will, muß die durch Sprache abgebildeten Sachverhalte schon genau kennen und darauf achten, daß durch die Verkürzung nicht die wissenschaftliche Differenzierung verlorengeht. Und wer nur auf „Leichte Sprache“ setzt, wird bald die sprachmächtigeren Besucher gegen sich haben. Vielleicht sollte man auch mal eine Lanze für die Kultur des Schachtelsatzes brechen?

„Museum und Sprache“ haben es an sich, in der Kommunikation gern allwissend daherzukommen. In vielerlei Hinsicht, bei vielen Objekten, gibt es aber Unsicherheiten, die eigentlich erwünschte Klarheit der Aussage ist gar nicht immer möglich. Existiert dazu bereits ein passender, vielleicht sogar sehr spannender Diskurs in der Wissenschaft oder Öffentlichkeit, sollten Unsicherheiten und Diskurse zu den Exponaten in die Museumskommunikation einfließen. Gerade durch diese Offenlegung werden Glaubwürdigkeit und Vertrauen gewonnen, dem Vorwurf der Deutungshoheit entgegengewirkt und die Chance genutzt, mit dem Wissen von Vielen momentan Unentscheidbares zu entschlüsseln.

Adelheid Straten

Inhalt

4 Nachrichten aus der Museumswelt
7 Literatur
8 Namen

32 AutorInnen
33 Impressum
34 Wichtige Ausstellungen

Zielgruppen und Sprache

9 Das MUSEUM AKTUELL-Interview

Die Sprachen des Museums (1)
Elf Fragen an Prof. Dr. Helge Rieder zum Spracheinsatz am Freilichtmuseum Roscheider Hof

12 Michael Stanic

Wage es, Museen neu zu denken. Karl Lagerfelds Ideen auf den Kopf zu stellen, kann dabei helfen

20 Jörg Engster

Geschichte in Geschichten erzählen. Eine mobile, inklusive und multimediale Führung durch die Nürnberger Lochgefängnisse

23 Friedrich Tietjen und Team

Die „Sammlung Artelier“ erschließt auch neue Zielgruppen für das Universalmuseum Joanneum

26 Christian Müller-Straten

Die Sprachen des Museums (2)

31 Der MUSEUM AKTUELL-Tip

Englische Fachwörter leichter verstehen und kommunizieren. Im Mai 2019 gibt es wieder einen Gratistest von KONSERVATIVe

Zum Titelbild:

Die CULTURA SUISSE ist die Schweizer Fachmesse für Museen, Denkmalpflege sowie für Konservierung und Restaurierung: ein vom Schweizer Markt aus getragener, länderübergreifender Austausch, Networking und Wissenstransfer; die Plattform für Unternehmen, Ihre Leistung und Produkte in einem effektiven Markt und Rahmen zu präsentieren; ein interessantes Fachprogramm im begleitenden Kongress. Die CULTURA SUISSE wird 2020 zum zweiten Mal ausgetragen und zukünftig im 2-Jahres Turnus stattfinden. Termin: 22.-24. Januar 2020

pp@cultura-suisse.ch, https://www.cultura-suisse.ch
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